Erlebnisbericht
Die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Christian Thielemann und der Staatsopernchor Berlin waren zu Besuch in der Elbphilharmonie in Hamburg. Dort spielten sie das Deutsche Requiem vom Sohn der Stadt – Johannes Brahms. Bei einem Requiem handelt es sich um eine Totenmesse, üblicherweise also eine recht triste Musik und dazu traditionell in lateinischer Sprache.
Der norddeutsche Komponist hat sich etwas anderes ausgedacht und die Musik hoffnungsvoller gestaltet. Sie solle den Hinterbliebenen Trost spenden, heißt es im Programmheft. Das ist ihm gelungen, würde ich sagen. Außerdem ist der Text auf deutsch, damit er besser verstanden würde. Ein schöner Gedanke, aber Gesang und Textverständlichkeit erscheint mir ganz generell eine schwierige Angelegenheit zu sein. Nach meiner Wahrnehmung klappt das selten.
Gut gefallen hat mir der Chor. Dani Juris, verantwortlich für die Einstudierung, hat ein schönes Chorklangbild entwickelt und geschmeidige Übergänge kreiert. Das Orchester wurde von den großen Händen des Dirigenten Christian Thielemann fein und präzise geleitet.
Die Solisten des Abends waren Nikola Hillebrand (Sopran) und Samuel Hasselhorn (Bariton). Ihr Timbre passte gut zum Chor, gerätselt habe ich darüber, ob sie die Abschluss-T einzelner Worte so aus meiner Sicht überbetont gewollt hat oder ob der Eindruck durch die besondere Akustik in der Elbphilharmonie entsteht.
Bereits am Anfang gab es einen kleinen Zwischenfall. Eine Chorsängerin sackte plötzlich mitten im Stück zusammen, wurde von mehreren umstehenden Chormitgliedern umsorgt und konnte auf die Bank gesetzt werden. In einer musikalischen Pause kümmerten sich erneut zwei Chormitglieder um die Dame und bestärkten sie darin, den Konzertsaal zu verlassen, was sie auch tat. Der Saal schwieg dazu. Im Fussballstation hätten alle geklatscht – zum Support, aus Mitgefühl. Schade, dass das in einem Konzertsaal nicht opportun ist.
