Fernsehprogramm Kultur Sontag - www.kultur4all.de

0 bis 6 Uhr
0 Uhr bis 6 Uhr | 6 Uhr bis 12 Uhr | 12 Uhr bis 18 Uhr | 18 Uhr bis 24 Uhr

00:05-01:00
Die Legenden von Paris (1/4)
(Dokumentationsreihe) | arte
„Die Legenden von Paris“ zeigt das Paris des 19. Jahrhunderts und die miteinander verstrickten Schicksale der bekanntesten Künstler der Zeit: Victor Hugo, Alexandre Dumas, Eugène Delacroix, George Sand, Honoré de Balzac, Charles Baudelaire. Eine beeindruckende Saga über Freundschaften, gemeinsame Kämpfe, Rivalitäten und die Bestrebungen dieser Kulturschaffenden, die Malerei, Literatur und Musik zu revolutionieren. Die Künstler von damals haben unsere heutige Sicht auf die Kultur nachhaltig verändert und waren ihrer Zeit voraus. Eine Reise in ein Jahrhundert, aus dem die Republik und die Freiheit als Siegerinnen hervorgehen werden.

Paris, 1827: Eine neue Generation von Künstlern, angeführt von Victor Hugo, Alexandre Dumas und Eugène Delacroix ist fest entschlossen, die Kunst zu revolutionieren. Das Zeitalter der Romantik erreicht Frankreich. Diese neue Generation, auch inspiriert von der deutschen Romantik, bricht mit den herkömmlichen Standards und schafft bahnbrechende Kunst wie das Gemälde „Der Tod des Sardanapal“ (1827) von Eugène Delacroix, Victor Hugos Werke wie „Hernani“ (1830) und „Der Glöckner von Notre-Dame“ (1831), „Das Chagrinleder“ (1831) von Honoré de Balzac, sowie „Symphonie fantastique“ (1830) von Hector Berlioz. Aus dem künstlerischen Engagement der französischen Romantiker entsteht auch ein politisches Bewusstsein. Während auf den Straßen das Volk für die Republik auf die Barrikaden geht, werden auch sie nicht aufgeben, ehe die Freiheit gesiegt hat.
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01:00-01:45
Die Legenden von Paris (2/4)
(Dokumentationsreihe) | arte
Paris, 1834 bis 1848: Die Romantiker haben die französische Hauptstadt fest im Griff. Ihre Werke werden im Theater aufgeführt, erscheinen als Fortsetzungsromane in den Tageszeitungen und überfluten die Schaufenster der Buchhandlungen. Victor Hugo wird in die Gelehrtengesellschaft Académie française gewählt, Alexandre Dumas eröffnet sein eigenes Theater. Honoré de Balzac hat bereits rund 50 Romane geschrieben und plant weitere, um seine „Menschliche Komödie“ zu vervollständigen.

Die frisch geschiedene George Sand empfängt ihre Freunde auf ihrem Landsitz in Nohant, wo sie schreibt und der Malerei von Eugène Delacroix und Frédéric Chopins Musik eine Bühne bietet. In Paris genießen Gérard de Nerval und Théophile Gautier das Bohème-Dasein. Sie arbeiten an ihrem eigenen Mythos und erheben ihr Leben zum Roman.
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01:00-01:25
Paläste der Nacht: Friedrichstadt-Palast Berlin
(Kultur) | NDR Schleswig-Holstein
Mitten im pulsierenden Berlin steht der Friedrichstadt-Palast – ein Ort, der die Vergangenheit und Gegenwart der Stadt in sich trägt. Die Dokumentation gewährt einen Einblick in die Welt dieses markanten Gebäudes.

Der Palast hat in seiner über 100-jährigen Bühnengeschichte viele Umbrüche erlebt: von den Goldenen Zwanzigern über den Zweiten Weltkrieg bis zum sozialistischen Regime. Nachdem der ursprüngliche Palast schließen muss, wird 1984 ein neuer Palast als eines der letzten großen Bauprojekte der DDR errichtet. Seit 2020 steht der Palast unter Denkmalschutz. Die Bühne ist mit fast 3.000 Quadratmetern die größte Varietébühne der Welt. Der ehemalige Solo-Tänzer Wolfgang Stiebritz erinnert sich: „Als wir diese Bühne damals gesehen haben, waren wir wahnsinnig beeindruckt von der Dimension und der Tiefe.“

Die Show „Falling in Love“ ist die teuerste in seiner Geschichte, mit Produktionskosten von rund 14 Millionen Euro. Über 500 Kostüme tragen die Handschrift des Stardesigners Jean-Paul Gaultier. Als Highlight präsentiert der Palast seit den 1920er Jahren die Kickline – damals Girlreihe genannt. 64 Beine werden im Gleichtakt hochgeworfen.

Die Neuheit in dieser Show: Nicht nur Frauen tanzen mit, auch der brasilianische Tänzer Matheus da Silva Sousa ist dabei. Der Palast will divers sein – sowohl in ihren Tanzelementen als auch in den Kostümen. Ballettdirektorin Alexandra Georgieva erklärt: „Das verlangt die heutige Zeit.“ Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich täglich hinter den Kulissen um die technischen und künstlerischen Anforderungen der Shows.
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02:00-03:25
Kommissar Dupin – Bretonische Brandung
(Spielfilm) | HR

nach den Krimis von Jean-Luc Bannalec
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NEU: Neuer Dupin-Roman: „Bretonischer Glanz“ von Bannalec

Roscoff im Norden der Bretagne ist eigentlich für seine weltberühmten Zwiebeln bekannt, doch als Kommissar Dupin in Jean-Luc Bannalecs „Bretonischer Glanz“ dort ankommt, brodelt es in der kleinen Hafenstadt gewaltig. Ein Mord mitten im Krimifestival, streikende Hafenarbeiter und die rätselhaften Machenschaften einer Zwiebelbruderschaft sorgen für Spannung bis zur letzten Seite. Für alle, die Atmosphäre, Frankreich und packende Krimis lieben, ist das ein Muss. Jetzt lesen!

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Endlich hat er es geschafft: Mit Engelszungen konnte Kommissar Georges Dupin (Pasquale Aleardi) seine Exfreundin Claire (Esther Zimmering) dazu überreden, ihn an der bretonischen Küste zu besuchen. Ein intimes Hotel mit Meerblick und ungestörte Zweisamkeit sollen ihm helfen, sie zurückzugewinnen. Dann aber macht ihm ein mysteriöser Fall einen Strich durch die romantische Rechnung. Zehn Seemeilen vor Concarneau, am Strand der malerischen Insel Saint Nicolas, werden drei Leichen angespült: Lucas Lefort (Jean-Marie Le Clerre), der auf der Insel eine Segelschule hatte, der windige Bauunternehmer Yannig Konan und der reiche Lebemann Grégoire Pajot. Als Dupin erfährt, dass die drei nach einem weinseligen Abend in der Inselkneipe trotz Unwetterwarnung zu einer Segeltour aufgebrochen waren, will er die Sache als tragischen Unfall zu den Akten legen. Doch die Obduktion ergibt, dass die Opfer neben Alkohol auch ein starkes Betäubungsmittel im Blut hatten – damit wird aus dem vermeintlichen Unglück Mord.

Von den wenigen Bewohnern der kleinen Insel erhofft Dupin sich Hinweise – und beißt zunächst auf Granit. Niemand scheint über den Tod der Männer traurig zu sein. Immerhin findet er heraus, dass Lefort nicht nur wegen seiner arroganten Art verhasst war, sondern vor allem auch wegen eines Bauprojekts: Er wollte auf der naturgeschützten Insel eine riesige Feriensiedlung errichten. Aber Dupin merkt schnell, dass weder Leforts melancholische Schwester Muriel (Alma Leiberg) noch der militante Meeresbiologe Leussot (Michael Wittenborn) oder die unnahbare Restaurantbesitzerin Solenn (Marie-Lou Sellem) ihm die ganze Wahrheit sagen. Jeder von ihnen scheint ein Geheimnis zu hüten – und je weiter Dupin in die Welt der verschworenen Inselgemeinschaft vordringt, desto tiefer gerät er in ein Labyrinth aus Korruption, Eifersucht und Rache.

Sein zweiter Fall führt den wasserscheuen Großstädter Dupin ausgerechnet auf eine abgelegene Insel vor der bretonischen Küste. Dabei muss er sich nicht nur mit mürrischen Insel-Bretonen herumschlagen und einen dreifachen Mord aufklären, sondern auch seine Exfreundin bei Laune halten, die für einen Besuch extra aus Paris angereist ist. Die Hauptrolle in „Bretonische Brandung“ spielt erneut Pasquale Aleardi, der unter anderem auch in dem Kinohit „What a Man“ mitwirkte. Ebenfalls wieder dabei: Jan Georg Schütte, Ludwig Blochberger und Annika Blendl als Dupins ungleiches Ermittlerteam. „Bretonische Brandung“ basiert auf dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Jean-Luc Bannalec. Die Dreharbeiten fanden an Originalschauplätzen in der Bretagne statt.
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02:35-03:25
Die Legenden von Paris (4/4)
(Dokumentationsreihe) | arte
Im Exil auf Guernsey wendet sich Victor Hugo wieder seinen großen Romanprojekten zu und beendet mit Hilfe von Juliette Drouet „Die Elenden“. In Paris kämpfen junge Künstler um ihren Platz. „Madame Bovary, „Les Fleurs du Mal“ und „Le Déjeuner sur l’herbe“ sorgen für Aufsehen und stoßen teilweise auf Zensur. Charles Baudelaire trauert um Eugène Delacroix. Der Dichter lehnt vieles Moderne ab und findet sich in Georges-Eugène Haussmanns großstädtischem Paris nicht mehr zurecht. Er geht nach Belgien ins Exil und kommt erst kurz vor seinem Tod nach Paris zurück.

Nadar erhebt die Fotografie in den Rang der Kunst und inspiriert Jules Verne zu seinen ersten Science-Fiction-Romanen. Bald läutet der Deutsch-Französische Krieg das Ende der Ära Napoleons III. ein. Victor Hugo wird bei seiner Rückkehr nach Frankreich als Held gefeiert und erlebt mit George Sand, Théophile Gautier und Alexandre Dumas den Triumph der Republik und der Freiheit.
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04:10-05:40
Donna Leon – Ewige Jugend
(Spielfilm) | SWR BW

nach dem Roman von Donna Leon
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„Ewige Jugend“ klingt wie ein unerfüllbarer Wunschtraum, kann aber ein trauriges Schicksal sein. Das erfährt Uwe Kockisch alias Commissario Brunetti: Eine junge Frau ist nach einem folgenschweren Sturz dazu verdammt, geistig immer auf dem Stand eines Kindes zu bleiben. Was damals wirklich passiert ist, soll der Ermittler auf Wunsch ihrer mächtigen Großmutter nun herausfinden. Hildegard Schmahl ist in der Rolle der venezianischen Patriarchin zu sehen, die endlich mit dem Familientrauma ihren Frieden machen will.

Brunetti (Uwe Kockisch) ist ein Könner darin, Wünsche von Venedigs Granden aus seiner Arbeit rauszuhalten. Der ehrwürdigen Contessa Lando-Continui (Hildegard Schmahl) kann sich jedoch selbst der Commissario nicht entziehen. Die 80-Jährige bittet ihn, eine lange zurückliegende Familientragödie aufzuklären: Sie möchte wissen, wie es zum Sturz ihrer Nichte von einer Brücke kam, bei dem die damals 15-Jährige fast ertrunken wäre.

Durch die irreversible Hirnschädigung verharrt Manuela (Nadja Bobyleva), heute 30 Jahre alt, auf dem geistigen Stand eines 6-jährigen (Klein-) Kindes – und so wird es für immer bleiben! Als zeitgleich der damalige Lebensretter ermordet wird, bekommt der abgeschlossene Fall eine ungeahnte Aktualität. Nun möchte der Commissario herausfinden, was die ehrenwerte Familie vertuscht hat und warum Manuelas Vater (Andreas Pietschmann) in Fernost ein neues Leben anfangen musste.

Ihn hat die mächtige Contessa nach all den Jahren des Schweigens ebenfalls einbestellt – ohne allerdings zu entblättern, um was es eigentlich geht. Auch der Commissario stößt bei der strengen Patriarchin auf Granit. Eine undurchsichtige Rolle spielt ihr enger Vertrauter Sandro Vittori-Ricciardi (Max von Thun) ebenso wie Stefano Dalla Lana (Stephan Bissmeier), der beste Freund des Ermordeten. Brunetti setzt sein Team auf die beiden Fälle an, bei denen er eine direkte Verbindung vermutet. In einem gewagten Szenario will er dem Filz aus Interessen und Intrigen die Wahrheit entwirren.
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05:30-06:20
Jordi Savall dirigiert Mozarts Requiem
(Musik) | arte
Nach der 1782 komponierten c-Moll-Messe, übrigens ebenfalls unvollendet, hatte Mozart lange Zeit kaum auf dem Gebiet der Kirchenmusik gearbeitet. Erst Ende der 1780er Jahre wandte er sich wieder der geistlichen Musik zu. Die mysteriösen Umstände, unter denen er 1791 mit der Komposition eines Requiems beauftragt wurde, haben zu einer Vielzahl von Mythen, Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt, zumal Mozart am 5. Dezember 1791 verstarb, nachdem er noch wenige Tage zuvor daran gearbeitet hatte.

Die Serenade Nr. 13 KV 525 in G-Dur entstand 1787. In Mozarts „Verzeichnüss aller meiner Werke“, seinem eigenen handschriftlichen Werkverzeichnis, notierte er neben den Anfangstakten: „Eine kleine Nachtmusik“. Unter diesem Titel ist das Werk heute allbekannt – einer der wenigen Fälle aus dieser Epoche, in denen der Beiname eines Instrumentalwerkes tatsächlich auf den Komponisten zurückgeht.

Der katalanische Dirigent, Gambist und Musikwissenschaftler Jordi Savall ist einer der großen Interpreten in dem Genre, das oft etwas pauschal als „Alte Musik“ bezeichnet wird – umfasst es doch Kompositionen vom Mittelalter bis in die Zeit Johann Sebastian Bachs. 1989 gründete Savall das Orchester Le Concert des Nations, das ausschließlich auf Originalinstrumenten beziehungsweise auf nach historischen Spezifikationen gefertigten Instrumenten musiziert.

Programm:

Serenade Nr. 13 KV 525 „Eine kleine Nachtmusik“, Requiem KV 626 – Wolfgang Amadeus Mozart

Aufzeichnung vom 30. Januar 2023 im Großen Saal der Stiftung Mozarteum, Salzburg.
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05:40-07:35
Der Schut
(Spielfilm) | One

nach dem Roman von Karl May
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Seine Gesichtsfarbe verhalf dem „Schut“ zu seinem Beinamen, der auf Persisch der „Gelbe“ heißt. Schlimmer aber ist der Ruf des Mannes, der, wohin er auch kommt, eine Spur von Blut und Tränen hinterlässt. Auf der Suche nach dem berüchtigten Verbrecher, der den Kaufmann Galingré in seiner Gewalt hat, geraten Kara Ben Nemsi und sein Faktotum Hadschi Halef Omar in lebensgefährliche Abenteuer.

Der Schut ist ein grausamer Verbrecher, der mit seiner Bande im Balkan Angst und Schrecken verbreitet. Der Abenteurer Kara Ben Nemsi und sein treuer Freund Hadschi Halef Omar sind gerade unterwegs durch das Land der Skipetaren, als sie erfahren, dass ein Freund von ihnen von der Bande des Schut entführt wurde. In einem von der Bande überfallenen und abgebrannten Dorf finden sie einen alten Bauern, der den Überfall überlebt hat. Er erzählt ihnen, dass die Bande ebenfalls seine schöne Tochter Tschita entführt habe.

Kara und seine Freunde setzen sich auf die Spur der Banditen, um die Freunde zu befreien. Waghalsige Ritte auf handbreiten Pfaden, vorbei an abgrundtiefen Schluchten auf dem Wunderhengst Rih und zuletzt sogar der Nahkampf bleibt den Helden nicht erspart. So mancher Schurke lernt dabei Karas Schmetterfaust kennen, die – laut Hadschi – jeden Stier zu Boden gehen lässt! Nach manchem Rückschlag, harten Gefechten und mit dem nötigen Glück gelingt es ihnen schließlich, den Schut und seine Bande unschädlich zu machen.

Regisseur Robert Siodmak schrieb bereits mit seinem ersten Film, dem semidokumentarischen und mit Laiendarstellern an Originalschauplätzen realisierten „Menschen am Sonntag“ (1930), Filmgeschichte. Doch die vielversprechende Karriere des Filmemachers in Deutschland geriet 1933 an ein jähes Ende, als Siodmak wegen seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland fliehen musste. In den USA reüssierte Siodmak bald als Regisseur von Genrefilmen und Films Noirs, wobei „Die Wendeltreppe“ (1945) und „Rächer der Unterwelt“ (1946) zu seinen Meisterwerken zählen.

Anfang der 1950er-Jahre kehrte Siodmak nach Europa zurück, wo er nach einigen kleineren Produktionen ab Mitte der 1960er-Jahre für den Produzenten Artur Brauner eine Reihe von Abenteuer- und Monumentalfilmen inszenierte, darunter auch drei zwischen 1964 und 1965 entstandene Karl-May-Verfilmungen mit Lex Barker, zu denen neben „Der Schut“ auch „Der Schatz der Azteken“ und „Die Pyramide des Sonnengottes“ zählen.

„Der Schut“ wurde wie seine Vorläufer und Nachfolgefilme mit großem Aufwand und beachtlichem Staraufgebot realisiert und entstand nach Motiven des gleichnamigen Romans aus dem sogenannten „Orient-Zyklus“ Karl Mays. Als exotische Kulisse der Außenaufnahmen von „Der Schut“ diente die Landschaft Montenegros mit ihren bizarren und abwechslungsreichen Gebirgsformationen.
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6 bis 12 Uhr
0 Uhr bis 6 Uhr | 6 Uhr bis 12 Uhr | 12 Uhr bis 18 Uhr | 18 Uhr bis 24 Uhr

07:05-07:30
Pop Secret Stories: Der Teufel trägt Prada 2 – Anne Hathaways großes Kino-Comeback?
(Dokumentation (Kultur – Film, Kino, Video)) | 3sat
2026 kommen so viele Filme mit Anne Hathaway in die Kinos wie noch nie. Es ist der bisherige Peak ihrer Karriere. Aber soweit wäre es fast nicht gekommen.

Denn ausgerechnet ihr Oscargewinn 2013 machte sie zur meistgehassten Person Hollywoods. Ein Moment, der fast ihre Karriere zerstörte. Jetzt, wo mit „Der Teufel trägt Prada 2“ ihr Comeback beginnt, schaut „Pop Secret Stories“ auf diesen entscheidenden Moment zurück.

Warum wendet sich die Öffentlichkeit gegen jemanden, der alles richtig macht – und was sagt das über die Gesellschaft aus?
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Der Teufel trägt Prada – Das Musical
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07:10-07:25
Wickie und die starken Männer
(Serie (Zeichentrick-/Puppentrickfilm – Kinderfiction – Freundschaft/Feindschaft)) | ZDF
Wickie geht mit Ylvi Pilze sammeln, und da Gilby den gleichen Auftrag von seiner Mutter hat, geht er gleich mit. Was soll schon passieren? Dann aber beginnt es zu regnen.

Der Fluss, der eben noch leicht zu überqueren war, schwillt plötzlich zum reißenden Strom an. Und aus der Höhle, in der sich die Kinder vor dem Regen schützen wollen, bricht ein riesengroßer Bär hervor.
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08:00-08:55
Gozo – Eine Insel, zwei Opern
() | NDR Schleswig-Holstein
Große Oper im kleinen Gozo: Die Nachbarinsel von Malta hat mit zwei Opernhäusern für 30.000 Einwohner die höchste Opernhausdichte der Welt. Über das Aurora-Theater wacht die heilige Maria, das Astra steht unter dem Schutz von Sankt Georg. Seit jeher befinden sich beide Häuser in erbittertem Wettstreit miteinander. Die Dokumentation folgt opernverrückten Freiwilligen und Musikamateuren sowie dem maltesischen Startenor Joseph Calleja beim alljährlichen Showdown um die beste Aufführung. Ein Film über Leidenschaft, Musikbegeisterung und darüber, wie aus Rivalität Kunst entsteht.

Auf Gozo, einem steinigen Felsen im Mittelmeer, der kleinen Nachbarinsel von Malta, gibt es zwei Opernhäuser im Abstand von 300 Metern. Es gibt zwei Dirigenten, zwei Chöre, zwei technische und organisatorische Teams, die sich alljährlich mit der besseren Opernaufführung übertrumpfen wollen. Die überirdische Weihe bekommen sie von zwei rivalisierenden Kirchengemeinden, die im Hintergrund den beiden Opernhäuser ihren Segen spenden.

Für jeden Gozitaner ist es entscheidend, welcher Kirche und damit auch welchem Clan er angehört. Blau für die Kathedrale Mariä Himmelfahrt oder Rot für die St.-Georg-Basilika. Eine Zugehörigkeit, die in den Familien weitervererbt wird und das ganze Leben mitbestimmt. Teil dieses Clanlebens ist eine ausgeprägte Rivalität. Wer hat den größeren Chor, wer die lauteren Feuerwerkskörper, wer die prächtigere Madonna?
Dann kam vor 40 Jahren der Tag, an dem die Blauen beschlossen, es sei Zeit für ein eigenes Opernhaus.

Das konnten die Roten nicht auf sich sitzen lassen. 300 Meter weiter die Hauptstraße hoch errichteten sie ein eigenes Haus. Aus dem Krieg der Clans wurde ein Sängerkrieg, ausgefochten mit Stimmen und Noten. Seitdem liefern sich die beiden Opernhäuser Jahr für Jahr einen leidenschaftlichen Wettstreit um die beste Aufführung. Diese sind mit jeweils über tausend Zuschauern ausverkauft. Sie sind ein Muss für maltesische Musikliebhaber und jeden, der auf der Insel Rang und Namen hat. Mittendrin der maltesische Startenor Joseph Calleja, der bereits als Teenager seinen ersten Auftritt auf Gozo hatte.

08:40-10:10
Aladdin
() | Disney Channel
Aladdin und Prinzessin Jasmin versuchen gemeinsam das Königreich vor Dschafar zu retten. Dabei lernt Aladdin an sich selbst zu glauben, mithilfe von Dschinni… und drei alles verändernden Wünschen.
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Kultur4all-Tipp
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09:00-09:30
Westart
() | WDR
Reportagen und Berichte über Kulturereignisse bei uns im Westen, Porträts spannender Künstler und Blicke hinter die Kulissen. Neue Bücher und Filme, sehenswerte Ausstellungen und Musikevents, aktuelle Gesellschaftsphänomene und brisante Kulturpolitik. Moderatorin Siham El-Maimouni präsentiert die neuesten Trends und Kultur-Hotspots der Region. Jede Woche vierzig Minuten faszinierende Kultur und bewegende Themen, zu großen Events die Westart Reportage: eine ganze Sendung, um ein Thema von vielen Seiten zu beleuchten. Kultur erleben – mit Westart!
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09:50-10:25
Twist
(Magazin) | arte
Materiell hat Pritzker-Preisträger Francis Kéré nichts von seiner Familie geerbt. Doch für den burkinisch-deutschen Architekten ist das immaterielle Erbe, das, was ihm seine Eltern an Werten und Gemeinschaftsgeist mitgegeben haben, mindestens ebenso wichtig. Und für ihn sind lokale Traditionen und das kulturelle (Bau-)Erbe ein großer Schatz.

Der Schweizer Dokumentarfilmer Simon Baumann erbt mit seinem Bruder einen abgelegenen Öko-Hof im ländlichen Frankreich. Was soll damit passieren? Was wäre gerecht? Simon Baumann fragt in seinem Film „Wir erben“ wie fair Vererben ist und wie sehr uns unsere Herkunft prägt.

Was erben wir – bewusst oder unbewusst? Diese Frage treibt Fotografin Armelle Kergall seit über 20 Jahren um. Damals begann sie, ihre weit verzweigte Familie zu fotografieren – über 120 Familienmitglieder hat sie bislang portraitiert. Auf der Suche nach unsichtbaren Verbindungen, nach gehäuften Krankheiten aber auch Ähnlichkeiten, Gesten, und nach Leerstellen. Was tragen wir weiter, ohne es zu wissen?

Und was bedeutet es, einen der berühmtesten Nachnamen der deutschen Literatur zu tragen? Hannah Mann ist die Urenkelin von Heinrich Mann, dem deutschen Schriftsteller und älteren Bruder von Thomas Mann. Das Erbe ihrer Familienlinie ist von Flucht, Verfolgung und Exil geprägt. Ihre Eltern kamen als Ostblock-Flüchtlinge nach Deutschland. Lange schien der Mythos „Mann“ wie ein Damoklesschwert über ihrem eigenen Schreiben zu schweben. Jetzt wagt sie mit „Zeppelin und Karpfen“ ihr Romandebüt.
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10:05-11:05
BR-KLASSIK: And I heard a voice
(Klassik) | BR Süd
Der estnische Komponist Arvo Pärt, vor allem bekannt für seine ätherisch schwebende Chormusik, feierte im November 2020 seinen 85. Geburtstag. Der Chor des Bayerischen Rundfunks und sein künstlerischer Leiter, Howard Arman, die mit Pärt eine tiefe künstlerische Freundschaft verbindet, wollten ihm zu diesem Anlass ein ganzes Konzert widmen.

Zu seinem 85. Geburtstag im November 2020 planten der Chor des Bayerischen Rundfunks mit seinem künstlerischen Leiter Howard Arman dem estnischen Komponisten Arvo Pärt ein Konzert zu widmen: mit Chorwerken und – zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester – mit Instrumentalstücken. Wegen der Corona-Krise konnte dieses Konzert nicht stattfinden. Howard Arman, Chor und Orchester entschlossen sich daher, Pärt eine musikalische Hommage als Film zu widmen. Mit jenen Stücken, die auch im Konzert hätten aufgeführt werden sollen: sechs Kompositionen für Chor a cappella sowie die Instrumentalwerke Sequentia und Festina Lente.

Filmregisseur Hans Hadulla entwickelte für Chor und Orchester ein Konzept, das die Corona-Regeln – definierte Abstände zwischen den Musikerinnen und Musikern – als künstlerisches Element einschließt. Der freie Raum ist gleichsam das Thema. So, wie die Klänge von Pärts Musik im Raum schweben – makellos und mit feinster Stimmführung intoniert von den Sängerinnen und Sängern des BR-Chores unter Howard Arman – so schwebt die Kamera durch die Freiräume zwischen den Personen. Sie folgt dem Fluss der Musik, die Kameraeinstellungen nehmen den Puls auf, Klangaktionen und Bilder verbinden sich zu einer gemeinsamen Wahrnehmung. Warme Rot- und Brauntöne prägen die Bilder.

So, wie Pärts Musik sich aus der Reduktion auf wenige Elemente entfaltet, gewinnt der Film seine Kraft aus wenigen stark gesetzten Motiven. Pärt hat Musik, und seine Musik im Speziellen, immer als Einkehr, als Meditation verstanden. In seinem sparsamen Setting, in seinen dichten farbstarken Bildern setzt der Film diesen Gedanken für das Auge genauso wie für das Ohr um.
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11:15-13:00
Klassik Open Air Nürnberg 2026
(Konzert (Konzert – Klassik)) | 3sat
Klasse Klassik, Picknick im Park und Wunderkerzen-Flimmern: Das Klassik Open Air im Nürnberger Luitpoldhain gilt als größte Klassik-Party unter der europäischen Sonne.

Anfang August 2026 gestalten die Nürnberger Symphoniker die zweite Runde des Sommer-Events. Im Jahr ihres 80. Jubiläums präsentiert das Orchester unter Chefdirigent Jonathan Darlington ein schwungvolles Programm mit starker lateinamerikanischer Prägung.

Den Auftakt macht George Gershwins „Cuban Overture“. Star-Trompeter Pacho Flores spielt seine Komposition „Morocota“ und Efraín Oschers Trompetenkonzert „Danzas latinas“. Es folgen Paul Dukas‘ „Der Zauberlehrling“ und die von Cellist Paul Desenne bearbeitete „Tritsch-Tratsch-Polka“.
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12 bis 18 Uhr
0 Uhr bis 6 Uhr | 6 Uhr bis 12 Uhr | 12 Uhr bis 18 Uhr | 18 Uhr bis 24 Uhr

13:10-14:50
Rendezvous mit einer Leiche
(Spielfilm) | arte

Ein zu Geld gekommener Gefängnisdirektor hat kurz vor seinem Tod sein Testament geändert – zum Missfallen seiner zweiten Frau Emily Boynton, einer ehemaligen Aufseherin der Haftanstalt. Laut Testament soll das nicht unbeachtliche Vermögen unter Emily und den Kindern gleichmäßig aufgeteilt werden. Doch die Witwe bringt den Anwalt der Familie durch Erpressung dazu, das Testament zu vernichten. Demnach tritt das ursprüngliche Testament wieder in Kraft, nach dem das Vermögen allein der Witwe zufällt. Die Familie macht gute Miene zum bösen Spiel und unternimmt eine Reise auf einem Luxuskreuzer nach Israel. Der Anwalt, der eine Affäre mit Emilys Schwiegertochter hat, reist der Familie nach.

Zufällig befindet sich auf dem Schiff auch der berüchtigte Detektiv Hercule Poirot. Über gemeinsame Bekannte lernt er die Familie kennen und macht mit ihr einen Ausflug zum Toten Meer, wo Emilys Schicksal besiegelt wird: Die Witwe fällt einem Mordanschlag zum Opfer. Hercule Poirot macht sich an die Ermittlungsarbeit und kommt auf eine unerwartete Fährte …
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16:30-18:30
Europa Open Air 2026
(Konzert) | HR
Beim achten Europa Open Air am Frankfurter Mainufer präsentiert das hr-Sinfonieorchester ein international geprägtes Programm mit Edvard Griegs „Peer Gynt“, Peter Tschaikowskys“Capriccio italien“ bis hin zu George Gershwins „An American in Paris“. Eine besondere Note steuert der französische Akkordeonvirtuose und Komponist Richard Galliano mit Tango-Klängen von Astor Piazzolla sowie seinem eigenen „Opale Concerto“ bei.
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17:50-18:40
Maria João Pires spielt Mozart
(Musik) | arte
Offiziell zieht sich Maria João Pires 2018 weitgehend von der Bühne zurück, doch von Zeit zu Zeit gibt sie weiterhin einzelne Konzerte. In diesen selten gewordenen Momenten scheint die Zeit stillzustehen, wenn die Pianistin das Publikum mit ihrer Kunst verzaubert. Auf der Bühne des KKL Luzern interpretiert sie Wolfgang Amadeus Mozart, einen ihrer Lieblingskomponisten.

Mit dessen Klavierkonzert in Es-Dur und dem Dirigenten Paavo Järvi verbindet Pires eine besondere Erinnerung: 1999 treten die beiden gemeinsam in Amsterdam auf. Als Järvi die ersten Takte des Werks dirigiert, wird Pires klar, dass sie sich auf das falsche Mozart-Konzert vorbereitet hat. Doch sie behält die Nerven und interpretiert das lange nicht gespielte Klavierkonzert in Es-Dur kurzerhand aus dem Gedächtnis.

Aufzeichnung vom 12. August 2023 beim Lucerne Festival, Schweiz.
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18 bis 24 Uhr
0 Uhr bis 6 Uhr | 6 Uhr bis 12 Uhr | 12 Uhr bis 18 Uhr | 18 Uhr bis 24 Uhr

20:15-22:05
Der Vorname
(Komödie, Spielfilm) | Sat.1

nach dem Theaterstück von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière

Remake des gleichnamigen französischen Films. Thomas ist bei seiner Schwester Elisabeth und ihrem Mann Stephan zum Abendessen eingeladen, der gemeinsame Freund René ist auch dabei. Als Thomas den anderen erzählt, wie er und seine schwangere Freundin Anna ihren Sohn nennen wollen, kommt es zum Streit, bei dem auch alte Konflikte aufbrechen.

(Text unter CC BY 2.0 von omdb.org)
Copyright by Sat.1/TV-Browser

20:15-22:50
Mord im Orient-Express
(Crime) | Tele 5

nach dem Roman von Agatha Christie
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Detektiv Hercule Poirot (Albert Finney) reist im Orient Express Richtung London. Mitten auf der Strecke geschieht ein Mord. Zu allem Überfluss bleibt der Zug im tiefen Schnee stecken. Poirot ermittelt und findet heraus, dass ein ungelöster Fall von vor fünf Jahren bei der Tat eine zentrale Rolle spielt: eine tragische Kindsentführung mit fünf Toten. – Mit 84 Jahren sah die berühmte Krimi-Autorin Agatha Christie diese Verfilmung ihres Romans. Die Darstellung Albert Finneys kam ihren Vorstellungen ihrer Romanfigur Hercule Poirot am nächsten.
© by Tele5

23:05-23:35
ttt – titel thesen temperamente
(Kulturmagazin) | Das Erste (ARD)
Themen:

  • Krisen, Klima, KI – Neue Ideen für eine gerechtere Welt: Thomas Piketty und der „Global Justice Report“
  • „Der Krieg ist anderswo“ – ein seltener Einblick in die russische Gesellschaft von der Norwegerin Åsne Seierstad
  • „Glanz Null“ – der gefeierte Rapper Apsilon und sein neues, hochpolitisches Album
  • „All my sisters“ – Ein Dokumentarfilm von Massoud Bakhshi über das Aufwachsen seiner Nichten in Iran

ttt wird im wöchentlichen Wechsel von sechs Redaktionen der ARD Landesrundfunkanstalten verantwortet: BR, HR, MDR, NDR, RBB und WDR.
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23:20-00:15
Modern, lebendig, selbstbewusst: Musiklandschaft Polen
(Dokumentation) | arte
Die polnische Filmregisseurin Magdalena Zieba-Schwind, die in Deutschland lebt und arbeitet, nimmt das Publikum mit auf eine persönliche Reise in ihr Heimatland. Es ist eine Suche nach dem Klang Polens, nach dem, was viele als „polnische Seele“ empfinden – und nach den Geschichten, die in der Musik des Landes bis heute mitschwingen.

Polen hat in seiner Geschichte heftige politische und territoriale Umbrüche erlebt. Grenzen verschoben sich, das Land verschwand 123 Jahre lang von der Landkarte. Neben der katholischen Kirche blieb die Musik ein verlässlicher Anker für den Zusammenhalt in der polnischen Bevölkerung: Sie verband Menschen, gab ihnen Identität und wurde zum Spiegel einer lebendigen kulturellen Tradition.

Doch was macht Musik eigentlich „polnisch“? Welche Einflüsse prägen sie und welche Künstlerinnen und Künstler formen ihren Klang heute? Diesen Fragen nähert sich die Autorin in Begegnungen mit herausragenden Solisten und Komponistinnen aus Klassik, Jazz und Folk, die das facettenreiche Bild einer modernen Musiknation prägen: darunter Marzena Diakun, Agata Zubel, Kinga Głyk, Jakub Józef Orliński, Szymon Nehring und die Warsaw Village Band.

Sie erzählen von ihren Wurzeln, ihrem Selbstverständnis und der Inspiration, die Polen ihnen gibt. Die filmische Reise führt durch die Musikzentren Breslau, Kattowitz, Krakau und Warschau. Jede Station zeigt ein anderes Kapitel der jungen und lebendigen polnischen Musiklandschaft – geprägt von Tradition, Offenheit und einem frischen, selbstbewussten Ausdruck.
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23:35-00:05
Druckfrisch
(Kultur) | Das Erste (ARD)
In der neuen Folge „Druckfrisch“ begegnet Literaturkritiker Denis Scheck der Kölner Autorin und Journalistin Seyda Kurt und spricht mit ihr über ihr Belletristikdebüt „Zeit der Monster“. Und er spricht mit Musiker und Schriftsteller Sven Regener, der einmal mehr ins Westberlin der 1980er-Jahre führt. Dazu empfiehlt er Literatur, die für den Deutschen Buchpreis nominiert ist: den Roman „Die Lücken“ von Shida Bazyar. Die Bestsellerliste Belletristik wird in gewohnt kritischer Weise durchleuchtet auf hopp oder top.

Seyda Kurt: „Zeit der Monster“

Eine Zeit, die nicht die unsere ist, aber kaum sehr weit weg von ihr: es herrscht apokalyptische Atmosphäre im Stadtviertel, in dem ein Fitnessstudio und eine Kirche zu Treffpunkten werden, die Natur sich gegen die Bewohnerinnen und Bewohner richtet und Protagonistin Sanya eine Pistole im Rucksack herumträgt. Oszillierend zwischen Soap und Dichtung, zwischen Utopie und Revolution lässt der Roman mit seinen schillernden Figuren eintauchen in eine eventuelle Zukunft. Die Fragen, die Seyda Kurt immer wieder beschäftigen, hat sie bereits in ihren Sachbüchern „Radikale Zärtlichkeit“ und „Hass“ ausbuchstabiert: Wie können Menschen ein zugewandtes Miteinander leben, wie Strukturen und Rollen aufbrechen? In Köln-Kalk ist die Autorin aufgewachsen und dieser Ort scheint unverkennbar durch in ihrem Romansetting. Seyda Kurt ist Jahrgang 1992, arbeitet als Moderatorin und Journalistin und bleibt ihrem Kiez im Ruhrgebiet treu. Im „Druckfrisch“-Gespräch mit Denis Scheck erzählt sie vom Schreiben ohne Geländer, der Rolle des italienischen Schriftstellers Antonio Gramsci beim Schreiben des neuen Romans. Und wie es war, in die „Zeit der Monster“ zu reisen.

Sven Regener: „Frankie und Freddie“

Wieder einmal zieht dieser Autor seine Linien von Bremen nach Berlin: Frankie und Freddie Lehmann, die beiden schon bekannten Brüder aus „Herr Lehmann“, hat es auch in seinem neuen Roman 1980 in die Inselstadt im Osten verschlagen. Der eine versucht, sich in Kreuzberg zu verankern, für den anderen soll Westberlin nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach New York sein. Aber wie kommt man aus einem Hotel am Ku‘damm wieder weg, in dem man als Proband für Antidepressiva endlich mal Geld verdient? Herrlich skurril schreibt Sven Regener in seinem siebten Lehmann-Roman über Brüder und die Suche nach einem Halt, über das Westberlin der 1980er-Jahre, von Kneipen und irrwitzigen Überlebenshandlungen. Der Frontman der Band Element of Crime spricht mit Denis Scheck über seine Verwurzelung im Lehmann-Kosmos, über das gar nicht so leichte Thema Depression und über das ebenso gewichtige Thema Brüder.

Die Empfehlung von Denis Scheck: „Die Lücken“ von Shida Bazyar

Erzählt wird dieser Roman von einer Toten. Und wovon lässt Shida Bazyar ihre gespenstische Ich-Erzählerin auf 500 Seiten erzählen? Von der Geschichte eines Dorfes namens Heimesbach im Hunsrück, das im 20. Jahrhundert zur Kleinstadt heranwächst. An die Seite dieser toten Ich-Erzählerin treten aber bald andere Bewohner von Heimesbach, denn Bayzar erzählt ihren Roman chorisch (so wie Juli Zeh oder Robert Seethaler). Während der Nazizeit wird Heimesbach zum „Gau-Musterdorf“, die Einwohner erklären sich nach dem Pogrom der sogenannten Reichskristallnacht 1938 für „judenfrei“, die Außenstelle eines KZs liegt nur sieben Kilometer entfernt, aber davon will man „im Land der Erinnerungsweltmeister“ in der frühen Bundesrepublik nichts mehr wissen. Satirischer Höhepunkt des Romans ist ein Interview, das ein junger Kunststudent mit seinem Großvater über dessen Erfahrungen in der Nazizeit führt. Ein unter die Haut gehendes deutsches Kabinettstück über Verdrängung, Verleugnung und Geschichtsklitterung. Shida Bazyar erzählt von fünf Familien, zwei davon kommen aus dem Iran als Migranten nach Heimesbach, ihre Erfahrungen kontrastiert „Die Lücken“ reizvoll mit den Ausgrenzungen, denen die jüdische Bevölkerung in Heimesbach ausgesetzt ist. Bazyar erzählt die Geschichte von Heimesbach als „Ein Geben und Nehmen, ein Erben und Vererben. Und ein Rauben. Denn von den 42 Jüdinnen und Juden, die 1933 im Ort lebten, beraubte man alle, ganz gleich, ob sie Läden führten oder im Viehhandel tätig waren. Ob sie fliehen mussten, überleben konnten oder ermordet wurden.“ Die kunstvolle Vernetzung der 45 Kapitel, u. a. aus Perspektive einzelner Bewohner Heimesbachs erzählt, die ungeheure Wucht, mit der Shida Bazyar ein ganzes Dorf und seine Geschichte glaubhaft aus dem Erdboden stampft und dabei zentrale Fragen nach

Erinnerung und Verdrängung stellt, nach den Wurzeln des Bösen und nach der Bedingung für Versöhnung, machen diesen Roman in Schecks Augen zum Ereignis. Gut möglich, dass „Die Lücken“ für Ärger sorgen wird – nicht nur im Hunsrück. Recht so! Das haben Thomas Manns „Buddenbrooks“ und „Die Blechtrommel“ von Günter Grass auch getan.

Außerdem wie immer: Denis Schecks pointierte Revue der „Spiegel“-Bestsellerliste: diesmal Belletristik.
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Alle Angaben ohne Gewähr.

Von Astrid Demand-Schnitzer

* Studium der Musikwissenschaften (Historische und Systematische Musikwissenschaften an der Uni Hamburg) * mit neun Jahren angefangen Geige zu spielen, heute singe ich gern im Chor * mit vier Jahren Ballett angefangen – bis heute dabeigeblieben * beruflich: Online-Marketing – lange angestellt in der Entertainment-Branche, seit 2017 selbständig

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