Elbphilharmonie Hamburg - kultur4all.de © Astrid Demand-SchnitzerElbphilharmonie in Hamburg | Foto: Astrid Demand-Schnitzer

Die Saison zum 10 jährigen Jubiläum der Elbphilharmonie ist gestartet. Dazu gab es heute, am 1. September 2026 einen Panel Talk im kleinen Saal der Elbphilharmonie. Auf dem Podium saßen der Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Christoph Lieben-Seutter, Pierre de Meuron, seines Zeichens Architekt und Gründungspartner von Herzog & de Meuron, der Senator für Kultur und Media der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda und die Percussionisten Vivi Vassileva.

Um es vorweg zu nehmen: das Jubiläumskonzert findet am 11. Januar 2027 im großen Saal satt. Im Programm wird es Geburtstagskonzert genannt. An dem Tag gibt es Musik von Ludwig van Beethoven, John Adams und MEUTE zu hören.

Überkandidelt ging es bei dem Panel nicht zu. Es wurden zwar auch die Hürden gestreift, die das Projekt bis zur Fertigstellung nehmen musste (z.B. verlängerte Bauzeit, höhere Kosten), wie auch die Herausforderung, dass Teile des heterogenen Publikums hin und wieder die Codes des klassischen Konzerts nicht kennt. Gemeint sind: Klatschen zwischen den Sätzen einer Sinfonie – und mag die Musik noch so mitreißend sein – ist zum Beispiel unerwünscht. Rascheln mit Hustenbonbon-Papier ebenfalls. Irgendwie hat man sich aber über die Jahre aneinander gewöhnt und so in Teilen den Wunsch von Vivi Vassileva für die kommenden Jahre schon erfüllt. Sie wünscht dem Haus unter anderem ein Ort der Verbindung zu sein, das Verantwortung trägt.

Euphorisch war die Beschreibung der Percussionistin Vivi Vassileva, die beschrieb, wie eindrucksvoll die Elbphilharmonie auf sie gewirkt habe, als sie ihr erstes Konzert hier gegeben hat. Der Intendant Lieben-Seutter fasst es so zusammen: „Ohne den Entwurf, gäbe es die Elbphilharmonie nicht.“ Soll wohl heißen, welch wichtige Rolle die Architektur Innen wie Außen für den Erfolg des Konzerthauses spielt.

Emotional mitreißend war die bildhafte Beschreibung des anstehenden Eröffnungskonzerts der Reihe Elbphilharmonie Visions mit einem Konzert für Schlagzeug und Orchester namens Inferno. Gefragt nach Highlights der Saison erwähnte Lieben-Seutter dieses und das oben bereits genannte Geburtstagskonzert. Der Schwerpunkt der Saison liegt auf US-amerikanischer Musik.

Welche Rolle hat die Elbphilharmonie nach 10 Jahren?

Dazu gibt es verschiedene Blickwinkel: einerseits zieht sie internationale Künstler und Künstlerinnen an, andererseits kommt das Publikum zum überwiegenden Teil aus Hamburg und der Metropolregion. Gleichzeitig kommen 50% der Besuchenden der Stadt Hamburg wegen der Kultur in die Hansestadt (laut Dr. Brosda) und einen nicht geringen Anteil daran trüge die Elbphilharmonie.

Blickt man auf das Programm, war es von Anfang an breit aufgestellt und somit eher ungewöhnlich. Daran wird weiter festgehalten. Besonders herausgestellt wurde an mehreren Stellen der besonders intensive Dialog mit den verschiedenen Stakeholder, zu deutsch Teilhabern. Das sei von Anfang an die Schulbehörde gewesen, woraus zahlreiche Projekte für und mit Schule entstanden sind, aber auch die verschiedenen Orchester: das NDR Elbphilharmonieorchester, das Philharmonische Staatsorchester, das Ensemble Resonanz.

Architektonisch ist die Elbphilharmonie ein Wahrzeichen Hamburgs geworden, was früher immer der Michel war (ältere Semester erinnern). Der steht übrigens immer noch und kann auch weiterhin besichtigt werden. Hier knüpft der Kultursenator mit seinen Wünschen für die kommenden Jahre an: er sähe die Elbphilharmonie gern als Wahrzeichen und Repräsentant der Gesellschaft.

De Meuron wünscht dem Konzerthaus unter anderem Überraschungen, Begeisterung und ein tolles Team.

Einen Eindruck von der Akustik des kleinen Saals bekamen die Zuhörer und Zuhörerinnen des Panel Talks durch den Auftritt des Solisten des Saisoneröffnungskonzerts Alexandre Kantorow am Klavier mit dem Préludes in cis-Moll von Frédrérik Chopin.

Von Astrid Demand-Schnitzer

* Studium der Musikwissenschaften (Historische und Systematische Musikwissenschaften an der Uni Hamburg) * mit neun Jahren angefangen Geige zu spielen, heute singe ich gern im Chor * mit vier Jahren Ballett angefangen – bis heute dabeigeblieben * beruflich: Online-Marketing – lange angestellt in der Entertainment-Branche, seit 2017 selbständig

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