Konzert mit großem Chor und Orchester
Am 21. März war Sir Simon Rattle zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Chor des Bayerischen Rundfunks in der Elbphilharmonie in Hamburg.
Auf dem Programm standen „Remember Not, Lord, Our Offences Z50“ von Henry Purcell, Nachtlied op. 108 von Robert Schumann und die 2. Sinfonie in c-Moll von Gustav Mahler, genannt „Auferstehungssinfonie“.
Die ersten beiden Stücke wurden kurzerhand direkt hintereinander weggespielt, was der Atmosphäre für meinen Geschmack sehr zuträglich war. Die Bitte an Gott, nicht unsere Vergehen zu erinnern, wie sie in dem Stück von Purcell besungen wird, blieb so unkommentiert vom Publikum. Übrigens hier ein kleiner Servicehinweis für alle, die noch nicht so oft ein Chorkonzert besucht haben. Im Programmheft steht der Text, in diesem Fall inklusive einer Übersetzung. Das kann hilfreich sein, wenn sich die Stimmen des Chores so wunderbar musikalisch und gefühlvoll ineinander verweben und es dann schwierig sein kann, die Wörter herauszuhören.
Für Mahlers 2. Sinfonie wurde das ganz große Besteck aufgefahren: großes Orchester mit einigen besonderen Instrumenten, die nicht typischerweise zu einer Orchesterbesetzung dazugehören: zwei Harfen, eine Orgel, Glocken, das English Horn, große Trommel, zweimal Pauken. Nicht zu vergessen die beiden Solistinnen: Sopran und Altstimme. Und irgendwann hört man aus der Ferne ein kleines „Zweitorchester“ bestehend aus Hörnern, Trompeten und Schlagwerk. Da war ordentlich was los. Die fünf Sätze bewegen sich zwischen Leid und beschwingten, fast tänzerischen Melodien bis das Ganze im letzten Satz in großer Intensität in der Auferstehung kulminiert. Eine der letzten Zeilen des Textes aus „Des Kanten Wunderhorn“ lautet: „Sterben werd‘ ich, um zu leben! Aufersteh’n, ja aufersteh’n wirst du, mein Herz, in einem Nu!“
Nach dem letzten Ton wirkte die Musik in der ziemlich langen Stille nach. Begeisterter, ebenfalls langer Applaus folgte.
Zu guter letzt wurde das langjährige Orchestermitglied Hannes Läubin (Trompete) persönlich verabschiedet. Er hatte an diesem Abend sein letztes Konzert als „ständige Aushilfe“ (Wikipedia) des Bayerischen Symponieorchesters gespielt.
